Epidemiologie der Akromegalie

mehr...
OÄ Dr. med. Birgit Gerbert
mehr...
Diese Darstellung ist für Laien bestimmt, kann aber in keinem Fall das Gespräch mit dem Arzt ersetzen. Nur dieser kann alle Einzelheiten des jeweils persönlichen Falles beurteilen, entsprechend weitere individuelle Aufklärung geben und gebotene diagnostische und ggf. therapeutische Maßnahmen einleiten. Die hier gegebenen Informationen entsprechen dem Wissensstand Februar 2008. Neue Erkenntnisse können Teile hiervon oder die ganze Darstellung veraltet werden lassen.
Die Erstbeschreibung der Akromegalie und die Namensgebung erfolgten 1886 durch Pierre Marie in Paris. Die Erkrankung ist selten. Erste epidemiologische Studien wurden 1980-1990 veröffentlicht. Basierend auf 166 Akromegaliepatienten in Schweden in den Jahren 1955-84 wurden eine Prävalenz von 69/Million Einwohner beobachtet und eine jährliche Inzidenz der Erkrankung mit 3,3/Million Einwohner berechnet. Eine andere epidemiologische Studie aus Nordirland beschrieb eine Prävalenz von 63/Million Einwohner im Jahre 1984 und eine jährliche Inzidenz von 4 neu diagnostizierten Erkrankungen/Million Einwohner bei einem Beobachtungszeitraum von 25 Jahren.
Eine Übertragung dieser epidemiologischen Daten auf Deutschland ergibt eine jährliche Inzidenz von 270 – 330 Erkrankungen. Die Erkrankung wird häufig erst sehr spät erkannt – am häufigsten etwa im Alter von 40 bis 50 Jahren - obwohl schon lange vorher die Symptome der Akromegalie sichtbar geworden sind. Das Intervall zwischen Erkrankungsbeginn und Diagnosestellung beträgt auch heute noch durchschnittlich 7-10 Jahre.
Unzureichend behandelt führt die Akromegalie zu einer Verkürzung der Lebenserwartung. 30% der Patienten leiden an einer arteriellen Hypertonie, 20% an einer cardio-cerebrovaskulären Erkrankung, 20% an einem Diabetes mellitus und 55% an einer Schlafapnoe. Diese Ko-Morbidität steigt mit der Höhe der STH-Konzentration. Die Mortalität der Akromegalie wird von den kardiovaskulären Ursachen angeführt. In 60% sterben die Patienten an einem kardiovaskulären Ereignis. In 25% der Fälle sind respiratorische Erkrankungen Todesursache. Krebserkrankungen – besonders Dickdarmkrebs – treten möglicherweise häufiger auf.